Pressemitteilung zum 08.03.2018: Zum Weltfrauentag zieht der Verein „Frauen helfen Frauen Fürstenfeldbruck e.V.“ Bilanz

Frauen helfen Frauen Fürstenfeldbruck e.V. legt die Jahresstatistik für 2017 vor und bilanziert anlässlich des Weltfrauentages: Die Arbeit des Vereins wird dringend gebraucht – Gewalt gegen Frauen ist im Landkreis Fürstenfeldbruck ein drängendes Problem.

Die Einrichtungen des Vereins – Frauenhaus, Frauennotruf und die Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt – unterstützen seit 34 Jahren Frauen, die sexualisierte, körperliche oder psychische Gewalt erlebt haben. An den Frauennotruf haben sich rund 600 Frauen gewandt und wurden zu den Themen häusliche Gewalt, sexualisierter Missbrauch oder Stalking beraten. Der Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt hat im Jahr 2017 insgesamt 65 Betroffene häuslicher Gewalt unterstützt und begleitet. In 49 Fällen wurden diese von einer der Polizeidienststellen des Landkreises vermittelt, in vier Fällen vom Jugendamt.

Der 8. März ist weltweit Anlass, um auf die Errungenschaften von Frauenbewegungen zu blicken. Dass die Finanzierung des Vereins größtenteils in öffentlicher Hand ist, zeigt dass Gewalt gegen Frauen als Problem ernst genommen wird. Dennoch hat sich gesamtgesellschaftlich noch nicht genug getan, um gewaltbetroffene Frauen zu schützen:

  • Frauen bleiben mittlerweile über mehrere Monate hinweg im Frauenhaus, da die Weitervermittlung von Wohnraum extrem schwierig ist. Dies ist auch eine Problematik in den Beratungen von Frauennotruf und Interventionsstelle: Frauen bleiben häufig in gewaltvollen Beziehungen, da sie selbst oder ihr (Ex-)Partner keinen anderen Wohnraum finden. Die Förderung von sozialem Wohnungsbau ist somit eine unerlässliche Maßnahme und Aufgabe der Politik, um Frauen vor Gewalt zu schützen.

 

  • Spätestens seit der „Studie zur Bedarfsermittlung zum Hilfesystem für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder in Bayern“ (1) ist klar, dass Frauenhäuser in Bayern permanent überbelegt sind – auch unser Frauenhaus ist fast durchgehend voll ausgelastet.

 

  • Die Studie bemängelt auch: Öffentliche Gelder sind zu knapp bemessen, u.a. deswegen ist die personelle Ausstattung der Fachberatungsstellen nicht ausreichend. Auch in unserem Verein sind personelle und zeitliche Ressourcen knapp, vieles lastet auf ehrenamtlichen Schultern (wie die 24-Stunden-Rufbereitschaft des Frauennotrufes). Gerne würden wir beispielsweise gezielte Präventionsarbeit oder psychosoziale Prozessbegleitung bei Gericht anbieten. Mit den momentan zur Verfügung stehenden Mitteln und Kapazitäten sind diese zusätzlichen Aufgaben leider nicht zu bewältigen.


Für Interviews und Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung:

Frauennotruf und –beratung: 08141 - 290 850
Frauenhaus: 08141 - 357 35 65
Interventionsstelle: 08141 - 22 45 86

(1)https://www.stmas.bayern.de/imperia/md/content/stmas/stmas_inet/gewaltschutz/3.5.4_studie_zur_bedarfsermittlung_zum_hilfesystem_gewaltbetroffene_frauen.pdf