Häufig gestellte Fragen zu unserem neuen Frauenhaus in Germering


Ein Frauenhaus mitten in der Stadt Germering, zentrale Lage und mit bekannter Adresse. Vor einigen Jahren wäre das noch undenkbar gewesen. Doch auch Frauenhausarbeit entwickelt sich weiter. Unser Verein engagiert sich seit 1984 gegen Gewalt und seitdem haben sich die Bedarfe und Möglichkeiten der Klientinnen* im Landkreis verändert. Auch die sozialarbeiterische Herangehensweise ist nicht auf dem Stand vom Frauenhaus-Gründungsjahr 1991 stehen geblieben. Das neue Haus wird baulich und durch ein umfassendes Sicherheitssystem gut geschützt und mit den Bewohnerinnen* kann systemisch und unter Einbezug von Externen anders gearbeitet werden. Da wir nicht mehr unter „geheimer Adresse“ agieren müssen, können wir uns im Ort nun ganz anders zeigen und präsentieren. Und das weit verbreitete und trotzdem stark tabuisierte Thema „Häusliche Gewalt gegen Frauen“ dadurch mehr in die Öffentlichkeit und in die gesellschaftliche Wahrnehmung rücken.

 

Hier haben wir ein paar häufige Fragen zusammengestellt.

 

         Wie viele Frauen und Kinder leben im Frauenhaus - und wie lange?

 

Im neuen Frauenhaus können neun Frauen und deren Kinder leben.

Grundsätzlich gehen unsere Geldgeber von einer Verweildauer von 10 Wochen aus. Im Durchschnitt stimmt das auch, denn es gibt Frauen, die sich nach einer sehr kurzen Phase im Frauenhaus  (ca.1-3 Wochen) entschließen zu ihrem Mann zurückzukehren oder andere Wohnmöglichkeiten (Eltern, Freunde etc.) finden. Manche Frauen entschließen sich auch rechtliche Mittel in Anspruch zu nehmen und beantragen eine gerichtliche Zuweisung der Ehewohnung. Auch diese Frauen sind in der Regel nicht länger als 10 Wochen im Frauenhaus. Der größte Teil der Frauen jedoch, die dauerhaft von ihrem Mann getrennt leben möchten, suchen eine eigene Wohnung mit ihren Kindern und sind auch längerfristig auf Schutz und Unterstützung angewiesen. Hier kann es schon mal ein Jahr und länger dauern bis die Frau mit ihren Kindern ausziehen kann.

 

 


Wird es künftig im Landkreis Fürstenfeldbruck zwei Frauenhäuser geben?

 

Nein. Das bisherige Frauenhaus wird aufgelöst und künftig ist das Frauenhaus in Germering das einzige Frauenhaus im Landkreis.

 


 Leben viele ausländische Familien im Frauenhaus?

 

Das Frauenhaus hat einen hohen Anteil an Frauen und Kindern mit Migrationshintergrund, weil diesen Frauen oft andere Möglichkeiten der räumlichen Distanz zu ihrem Partner fehlen. Im letzten Jahr waren das 60%. In den vergangenen Jahren ist dieser Anteil gestiegen. Wir können nur Frauen mit einem gesicherten Aufenthaltsstatus aufnehmen, geflüchtete Frauen z.B. können nicht aufgenommen werden.

 


 Ist Tag und Nacht eine Mitarbeiterin* vor Ort?

 

Nein. Es handelt sich nicht um eine betreute Wohneinrichtung, sondern die Frauen leben mit ihren Kindern selbständig in eigenen Appartements. Mitarbeiterinnen sind zu den üblichen Bürozeiten anwesend, in der Regel von 8:30 Uhr bis 16:00 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten ist das ehrenamtlich besetztes Notruftelefon zu erreichen. In Notfällen wissen die Bewohnerinnen wann und wo sie jemanden erreichen können. Das Haus ist mit einer Überfallmeldeanlage gesichert, die einen Sicherheitsdienst alarmiert. Die Polizei hat eine eigene Zugangsmöglichkeit zum Haus, sodass in Notsituationen schnell jemand vor Ort sein wird.

 


Könnten Nachbar*innen oder deren Kinder durch wütende und gewaltbereite Ehemänner gefährdet sein?

 

Die Erfahrungen der anderen Frauenhäuser mit bekannter Adresse zeigen, dass es höchst selten vorkommt, dass Ehemänner unaufgefordert versuchen ihre Frauen aufzusuchen, vor dem Haus abzupassen oder gar ins Haus einzudringen. Von gefährlichen Situationen für die in der Nachbarschaft lebenden Menschen ist uns nichts bekannt. In der Regel handelt es sich im Problemkreis Partnerschaftsgewalt eher um Männer, die öffentlich nicht auffällig sind und auch nicht auffällig sein wollen. Die Gewalt fand in der Regel im häuslichen Bereich statt und sollte auch geheim bleiben.

 


Was können Nachbar*innen tun, wenn sie erleben, dass eine Bewohnerin bedroht wird?

 

Wichtig ist es nicht wegzusehen sondern entweder direkt in der Situation die Frau anzusprechen und ihr Hilfe anzubieten oder wenn Sie Sorge um Ihre eigene Sicherheit haben, sofort die Polizei zu benachrichtigen.